Montag, 9. September 2013

Arrival Day in Lund

In Lund angekommen, haben meine Eltern erst einmal einen Parkplatz gesucht. Es gibt ziemlich viele Fußgängerzonen und wenn man sich dann nicht auskennt, fährt man etwas länger herum bis man sein Ziel erreicht. Ich bin in der Zeit zur AF Borgen gegangen.
Das Hauptgebäude von AF, wo man sich anmelden muss, alle Informationen bekommt und wo ich meinen Schlüssel bekommen konnte. 


Direkt vor der Eingangshalle war eine Gruppe vom XXXL aus Malmö da und haben Bettdecken, Kissen und Bezüge verkauft (da dies im Mietpreis nicht enthalten ist). Ich bin aber zuerst in das Gebäude gegangen. Gleich in der Eingangshalle standen ein paar von den Betreuern (auch Studenten) mit ihren blauen Universitäts T-Shirts und haben erst einmal gefragt, ob man Exchange Stundent oder Degree Student ist. Je nach dem bekommt man einen kleinen farbigen Aufkleber auf die Hand um allen Betreuern die Arbeit zu erleichtern … anscheinend. :) Ich habe einen blauen Punkt bekommen und einen Merkzettel auf dem alles stand, was ich an dem Tag zu erledigen habe. Also bin ich erst einmal die Treppen nach oben zum Check-In gestiegen. Dort angekommen, standen wieder einige Betreuer da, die einem die Schlange erklärt haben. Es gab einige Stuhlreihen in die man sich setzte und Stuhl für Stuhl weiter rückte, bis man an der Reihe war. Ich war ziemlich früh da (etwa 9:30 Uhr; um 9:00 Uhr haben die angefangen) und daher saßen noch nicht allzu viele Leute da. Ich musste nur cirka 15 Minuten warten. Gegenüber der Stuhlreihen saßen einige Betreuer an einem langen Tisch und jeder von denen hatte sich gegenüber sitzend einen neu angekommenen internationalen Student. Als ich an der Reihe war, gab es erst ein kleines Problem, wegen meinem Nachnamen. Es gibt im schwedischen kein 'ü' und kein 'ß'. Aber da die Betreuer alle mit einem iPad Mini arbeiteten, war das nur ein wirklich kleines Problem. Ein kleines Tippen auf dem Touch Screen und schon war ich eingeschrieben. Meine Betreuerin holte von hinten eine Tüte mit dem Emblem der Uni und holte alles heraus, was darin war. Neben ein paar Informationspapieren, war darin die versprochene Sim Karte (von Telia), eine Wasserflasche (mit dem Werbegedanken der Stadt: 'Trinkt mehr Leitungswasser'), Kartenmaterial und ein Student Guide, in dem alles zum Leben als Student in Lund erklärt steht. Mit alles, meine ich alles. Das fängt bei normalen universitärem Zeug an, geht über Hilfestellen der Uni (wie PC Hilfe, Hilfe bei Arbeiten und psychische Hilfe) bis hin zu studentischen Vergnügungsmöglichkeiten (wie die Nationen, verschiedene Feste, etc.).
Ich habe mir den Guide erst ein paar Tage später komplett durchgelesen und fand das interessanteste, die Hilfestelle die einem bei den Arbeiten hilft. Das was ein Student an der Uni Freiburg in einem Tutorium lernt, wie 'richtig referieren', 'richtig Hausarbeiten verfassen', etc., kann man an dieser Stelle in Lund bekommen. Sie helfen sogar während der Schreibphase einer Hausarbeit oder ähnlichem. Zum Beispiel, wie man einen Essay auf Englisch am Besten verfasst und vor allem helfen sie dabei ein sinnvolles akademisches Englisch zu benutzen (das könnte vor allem in meinem Fall von Nutzen werden).
Nachdem ich beim Check-In fertig war, musste ich zum Stand von LU Accommodation. Also bin ich ein paar Treppen hinunter und andere wieder hoch. Oben angekommen habe ich zuerst einen Schock bekommen, als ich die lange Schlange da sah. Glücklicherweise standen auch dort wieder Betreuer, die mich fragten ob ich 'confirmed' oder 'unconfirmed housing' hätte. Natürlich habe ich 'confirmed housing'. 'Unconfirmed housing' hätte ich nur dann, wenn ich auf einer Warteliste für ein Zimmer wäre. Und diese lange Schlange, war für alle die, die auf einer Warteliste standen. Erleichterung pur!!! Ich musste in einen anderen Raum. In diesem Raum gab es mehrere Stuhlreihen in der niemand saß. Weiter hinten dann standen in einer Reihe kleinere Tische an denen wieder ein paar Betreuer saßen von denen drei frei waren. Also konnte ich mir einfach einen aussuchen ;). Ich musste meinen Namen nennen, meinen Pass zeigen und nennen in welches Wohnheim ich komme. Der Betreuer stand auf ging zu einem riesigen Haufen von Kartons und suchte in denen herum. Er kam zu mir mit einem dicken weißen Umschlag zurück, in dem eine Wegbeschreibung zum Wohnheim war, ein Handbuch mit den Hausregeln und ….... meine Schlüssel :D Einen Magnetschlüssel für die Eingangstür zu meinem Korridor, einen Schlüssel zu meinem Zimmer und einen Briefkastenschlüssel. 
Danach bin ich zum Stand von dem Möbelgeschäft gegangen um mir erst die Preise anzuschauen. Netter Weise haben sie ein Paket-Angebot gehabt. Decke, Kissen und alle Bezüge für 450 SEK. Also alles in allem denke ich, dass es ein guter Preis war, zumal die Bezüge für Kissen und Decke allein schon 250 SEK gekostet hätten.
In der Mitte vom Platz vor dem AF Gebäude gibt es einen großen Baum um den herum eine Bank ist. Dort habe ich auf meine Eltern gewartet um ins Wohnheim zu fahren. Für alle, die keine Möglichkeit haben von den Eltern dorthin gefahren zu werden oder selber dorthin zu fahren, hat die Uni einen wirklich guten Service organisiert. Am Bahnhof von Lund stehen einige Betreuer, die die Internationalen Studenten begrüßen und dann mit Kleinbussen zum AF Gebäude bringen. Wer am Flughafen von Kopenhagen ankommt, kann dort am Bahnhof des Flughafens den Öresundtåg nach Lund nehmen. Am AF Gebäude stehen wieder Betreuer, die einen zum Wohnheim fahren können und das alles vollkommen kostenlos. Man kann sich also für diese Wege ein teures Taxi sparen.
Wir haben ziemlich schnell und gut das Wohnheim gefunden. Direkt vor der Anlage gibt es reichlich Parkplätze, jedoch zum Haus selber muss man laufen. Mein Korridor ist im zweiten Obergeschoss von vier. Die erste Türe zu öffnen war wirklich einfach. Der Magnetschlüssel öffnet übrigens auch die Tür zur Waschküche und damit, so weit ich weiß, auch die Waschmaschinen, die man zuvor online reservieren muss. Ich werde aber erst Richtung Mitte September die Waschmaschine nutzen müssen, daher kommt zur Waschküche eventuell ein eigener Bericht :P

Wir kamen in den Korridor und schauten uns zuerst in der Küche um. Die Küche ist, wenn man rein kommt gleich links. An den Kühl- und Gefrierschränken so wie Küchenschränken sind jeweils Zimmernummern angebracht. Vier Zimmerbewohner teilen sich doch einen Kühlschrank und eine Gefriertruhe und nicht wie ich ursprünglich dachte, dass jeder seinen eigenen Kühlschrank hätte. Dafür hat jeder sein eigenes Fach im Kühlschrank. Mein Fach war belegt …. aber darüber machte ich mir zuerst weniger Gedanken. Ich wollte mein Zimmer sehen. Also sind wir auf die Suche nach meiner Tür gegangen, die wir schnell fanden. So schnell wie wir sie gefunden haben konnten wir sie aber nicht öffnen. Es gibt nämlich einen kleines Trick beim öffnen der Tür, der mir nicht vorher genannt wurde. Zum Öffnen der Tür muss man den Schlüssel soweit rechts drehen wie es geht und dann zurück auf die Ausgangsposition um sie zu öffnen. Bis wir das heraus gefunden haben …. in der Zwischenzeit habe ich immer wieder überlegt, ob wir überhaupt im richtigen Korridor sind oder ob die mir die falschen Schlüssel vielleicht gegeben haben. Ich kam in mein Zimmer und war begeistert, denn die Aussicht ….. haha … ich hab kein anderes Gebäude vor dem Fenster … ich kann in den Park sehen … juhu!!!! Ansonsten sah das Zimmer genauso aus, wie ich es in ein paar Videos auf YouTube gesehen habe. Wir haben uns gleich daran gemacht den Fault Report auszufüllen. Diesen Report muss man ausfüllen, wenn man bei seinem Auszug in ein paar Monaten keinen Ärger haben möchte. Darin muss man jeden kleinsten Kratzer oder Streifen an der Wand und am Boden vermerken. Jede Macke an den Möbeln. Schauen ob alle Lichter funktionieren. Ob die Fenster sich öffnen und schließen lassen, ob im Bad das Wasser läuft, etc. Außerdem soll man sagen, ob das Zimmer sauber war. Unter sauber verstehen die von LU Accommodation groben Schmutz. Wenn es staubig ist, zählt das nicht, da die Zimmer manchmal drei oder vier Monate im Sommer unbewohnt sind. Da fällt eben Staub an. Den Fault Report muss man drei Tage nach Erhalt bei LU Accommodation abgeben, was ich gleich am nächsten Tag gemacht habe. Ausgepackt und eingerichtet habe ich mich erst am späten Abend bis in die Nacht, da wir direkt nach Kopenhagen gefahren sind. Doch das ist ein anderer Post. :) 
Am Bahnhof bei der Hauptstelle von Skånetrafiken hab ich dann eine Jojo Karte gekauft. Ich wollte ursprünglich die Jojo Studentenkarte haben, die eine Monatskarte ist und bis Malmö gilt, die habe ich aber nicht bekommen. Man kann diese Karte nur bekommen, wenn man einen Studentenausweis hat, wo oben in der Ecke ein kleines Zeichen von Skånetrafiken ist oder einen Schrieb von der Uni in dem steht, dass man in dem Semester für Kurse eingeschrieben ist die mindestens 30 ECTS Punkte bringen. Beides hatte ich nicht, also konnte ich nur eine normale Karte kaufen, die man immer wieder mit Geld auflädt. Die Karte selber kostet 10 SEK und man muss mindestens 200 SEK aufladen. Außerdem nicht vergessen, die Schweden zahlen nicht Bar!!! Jeder kleine Mist wird mit der Bankkarte bezahlt. Die Automaten nehmen zwar auch Banknoten an, aber egal wo man hinschaut, überall wird mit Karte gezahlt. Sogar um ein Eis in der Eisdiele zu kaufen. 
Am Abend, als wir aus Kopnhagen zurück gekommen sind sind wir mit der Buslinie 5 gefahren, die meine Eltern zu ihrem Hotel bringen würde. Es war schon nach 21 Uhr und was wir nicht wussten, der Bus fährt ab einer gewissen Uhrzeit nicht mehr die volle Strecke. Also hat uns der Busfahrer mitten im Industriegebiet von Lund herausgelassen. Mithilfe von unseren Karten und einem netten Autofahrer haben wir dann den Weg zum Hotel gefunden, wo wir ins Auto steigen konnten und zu meinem Wohnheim fahren konnten. Ich habe gleich nachgeschaut, ob diese Fahrausnahmen auch für meine Buslinie gilt, was es zum Glück nicht tut :) Also kann ich auch noch 21 Uhr mit dem Bus nach Hause fahren. Im Wohnheim habe ich dann tatsächlich mal eine Mitbewohnerin getroffen. Sie hatte ein gutes Ohr, hatte gehört, dass jemand kommt und ist aus ihrem Zimmer raus um nachzusehen. So bekam ich die Gelegenheit eine Einführung in den Korridor zu bekommen. Die meisten Mitbewohner, so sagte sie mir, waren noch nicht zurück. Sie erklärte mir, wie der Müll zu trennen ist in Lund ... und ja, es ist komplizierter als in Freiburg. Beim Papiermüll wird nochmal zwischen Zeitungspapier und normalem Papiermüll unterschieden. Plastik wird auch nochmal unterteilt in Plastik, Dosen (Alu,etc.) und Tetra-Packungen. Alle Gläser, Dosen und Tetra-Packungen müssen vor dem wegschmeißen ausgewaschen werden. 
Wegen meinem belegten Kühlschrankfach wurde ich auch aufgeklärt. Es stehen zwar an den Kühlschränken die Zimmernummern, aber daran hält man sich in dem Korridor nicht. Am Kühlschrank hängt eine Namensliste, in die man sich einträgt. Es gab also dementsprechend in einem anderen Kühlschrank ein freies Fach für mich, in den ich meine Sachen lagern kann. So läuft es auch mit den Schränken. Man schreibt seinen Namen daran und schon gehört er mir :) In der Küche hing auch ein Plan für den Müll- und den Küchendienst. Der ist nach Wochen und Zimmer aufgeteilt. Ich habe im November mal einen Küchendienst und im Dezember mal eine Mülldienst. Beim Küchendienst muss ich nur regelmäßig darauf achten, dass das gewaschene Geschirr wieder zurück in den Schränken landet und beim Mülldienst, wie auch nicht anders zu erwarten war, muss ich den Müll raus bringen. :)
Alles in allem erscheint mir alles ganz gut und gut organisiert zu sein. Die Briefkästen hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht gefunden. Bei Gelegenheit versuche ich ein Video zu machen um den Korridor, die Küche und mein Zimmer zu zeigen. Bis zum nächsten Post .... 

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