Dienstag, 10. September 2013

Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag :)


Vier Tage zusammengefasst in einem Post .... tja das kommt davon, wenn man erst einmal einige Posts aufzuholen hatte. 

Samstag

Am Samstag, den 7. September fuhren wir bis Fredericia, wo ich den Zug bis Kopenhagen nehmen sollte. Der Zug hatte etwas Verspätung, was er aber bis Kopenhagen wieder aufholte. Somit kam ich pünktlich um 15:18 Uhr in Kopenhagen an und hatte eine recht gute Fahrt. Die Sitze im IC der DSB sind außerordentlich bequem und komfortabel. Wenn ich das mit einigen IC-Zügen der Deutschen Bahn vergleichen müsste .... 

Während der Fahrt kam eine Bahn-Angestellte mit einem Wagen durch die Gänge wie eine Flugbegleiterin und bot Sandwiches, Getränke, Kuchen und Süßkram an. Die Preise sind allerdings vergleichbar mit denen der Deutschen Bahn, daher habe ich nichts gekauft. 
In Kopenhagen angekommen musste ich erst einmal ein ganz schönes Stückchen laufen um im Hauptgebäude des Bahnhofes anzukommen. Der Bahnhof ist ziemlich groß und das Gleis an dem wir ankamen lag außerhalb des Gebäudes. Am Kopenhagener Bahnhof gibt es ein paar Ticket-Automaten von Skånetrafiken. Somit konnte ich ein Ticket nach Lund mit meiner Jojo-Karte bezahlen. Da es sich bei dem Ticket um eine einfache Fahrt handelte galt sie nicht wie die andere für 24 Stunden. Das Ticket gilt nur für den Tag an dem es gekauft wurde. Ich bin also mit dem Ticket an den Bahnsteig gegangen und habe dort bereits den Öresundtåg stehen sehen, daher habe ich mich beeilt und habe ihn noch erreicht. Erst bei der Ticket-Kontrolle, sagte mir die Zugbegleiterin, dass der Zug nur zum Flughafen fährt. Also bin ich dort ausgestiegen und habe dort 10 Minuten gewartet, bis der richtige Zug kam, der mich nach Lund bringt. Die 10 Minuten habe ich gleich genutzt und nachgeschaut von welchem Terminal easyJet fliegt, da ich zu Weihnachten nach Hause fliegen werde (ist ja immerhin viel billiger als die Bahn und wesentlich schneller). 
Kurz vor 17 Uhr kam ich dann im Wohnheim an und habe gleich mal zwei Korridor-Mitbewohner getroffen. Beide kommen aus Schweden und haben mich gleich eingeladen mit in den Park vor der Tür zum Volleyball spielen zu gehen. Da ich aber ziemlich Hunger hatte und noch nicht mal ausgepackt hatte, hab ich sie vertrösten müssen. Gegen 18 Uhr war ich fertig mit auspacken und wollte noch zum Netto um die Ecke um Milch und Co. zu kaufen. Da ich aber nicht wusste, wie lange der Laden geöffnet hat (da es ja Samstag war), wollte ich im Internet nachsehen. Ich habe das LAN-Kabel in Buchse gesteckt und ..... tada..... das Internet funktionert!!! :) Ich musste nichts eingeben oder so .... einfach so .... Internet ...... JUHU! Aber die Freude war von kurzer Dauer, da ich bemerkte, dass der Netto nur noch bis 19 Uhr geöffnet hatte und es mittlerweile halb war. Also hab ich schnell alles gepackt und bin raus gesprungen. Da hab ich Jesper (ein Mitbewohner und auch Schwede) getroffen, der mich dahin begleitete. Er musste noch ein paar Getränke kaufen, da ein paar Freunde an dem Abend kommen würden. Am Sonntag hab ich erfahren, dass er Geburtstag hatte ..... 


Sonntag

Sonntag früh bin ich aufgestanden und habe mich bereit für die Kirche gemacht, die aber erst um 11 Uhr beginnen sollte. Also hatte ich ausreichend Zeit zum frühstücken. Ich kam in die Küche und wurde von einem riesigen Saustall erschlagen .... der Boden klebte und überall lag dreckiges Geschirr herum. Ich hab mir nur eine saubere Schüssel, einen Löffel und meine Milch geschnappt und bin da raus. Im Zimmer angekommen öffnete ich meine Milch. Mein erster Gedanke beim Anblick des Deckels der Milchpackung und der erste Geruch der mir in die Nase stieg war: 'Mist, ich hab mir eine schlechte Milch gekauft'. Mein zweiter Blick auf die Verpackung verdeutlichte mir, dass man nicht blind einkaufen sollte, sondern darauf achten sollte was auf der Packung steht. Ich habe statt Milch 'Lättfil' gekauft. Da mir das nichts sagte, hab ich das erst einmal gegoogelt und festgestellt, dass es saure Dickmilch ist. Es schmeckt auch ein bisschen wie Joghurt. Jedenfalls stand da auch, dass es vor allem gerne zu Müsli und Früchten gegessen wird. Ich hab es mit Cornflakes gegessen und das war auch gut. 


Die Krux dabei ist, dass dieses Fil genauso abgepackt ist wie Milch (TetraPack), direkt neben der Milch steht und direkt daneben auch noch Joghurt genauso abgepackt ist. Wenn man nicht genau hinschaut ..... naja war ja im Endeffekt nicht so schlimm ;)
Nach der Kirche kam ich zurück und ... oh Wunder ... die Küche war richtig gut aufgeräumt. Alles Geschirr sauber und verräumt, die Reste und der Müll beseitigt. Am Nachmittag hab ich nach gefühlten ewigen Zeiten wieder nach Hause geskypt (habe dieses Wort gerade gegoogelt zwecks Rechtschreibung; das Wort steht im Online Duden .... was steht da eigentlich noch alles drin?) und habe recht früh mir Essen gekocht. Es gab Nudeln und Pesto. Ich hab nur zu viele Nudeln gemacht ... bin es eben nicht gewohnt nur für mich zu kochen ;) Aber in dieser Küche gibt es auch ein paar Plastikdosen. Somit konnte ich den Rest im Kühlschrank lagern. 


Montag

Montag war mein richtig aktiver Tag. Ich hab mehr von Lund gesehen, als an den anderen vergangenen Tagen :P
Ich hatte einen Termin um 10 Uhr bei meiner Koordinatorin im Hauptgebäude der Sprach- und Literaturwissenschaften. Da ich nicht genau wusste wo das ist, bin ich ziemlich früh los gegangen und kam eine viertel Stunde früher an. Das machte allerdings nichts, da sie auch schon da war und Zeit für mich hatte. Sie hat mein Learning Agreement unterschrieben und abgestempelt, sodass ich es jetzt nach Freiburg schicken kann. Ich musste auch einiges ausfüllen und vor allem meine schwedische Adresse und Telefonnnummer (in meinem Fall die Handynummer) mitteilen. Anschließend war ich in der Bibliothek, die direkt neben dem Gebäude steht in dem ich zuvor war. Die Bibliothek ist sehr schön alt :D. Von Außen ist das rote Gebäude von Efeu umrankt und innen mischt sich Moderne mit Altbau (aber gut renovierter Altbau). 


Dort habe ich mich an einen PC gesetzt und eine Ausleihkarte bestellt. Das kann man nicht persönlich machen. Man muss erst an einen PC, seine Daten eingeben und dann mindestens 5 bis 10 Minuten warten bevor man an den Informationschalter gehen kann. Dort bekommt man seine Ausleihkarte nach vorweisen eines Ausweises. Also kann ich ab jetzt Bücher bestellen (was ich auch heute, Dienstag, gemacht habe). Anschließend bin ich von dort aus zur SEB gelaufen um endlich ein Konto zu eröffnen. Ich war schnell an der Reihe und in no-time hatte ich ein Konto. Zur Eröffnung braucht man aber seinen Reisepass. Zum Glück hatte ich den auch dabei, denn der Personalausweis reicht denen nicht aus. 
Nun fehlte nur noch eines .... auf zu Telia. Ich habe im Wohnheim bereits vorher versucht meine SIM-Karte online zu registrieren, allerdings braucht man da mal wieder die schwedische Sozialnummer. Daher bin ich zu Telia und habe sie mir dort freischalten lassen. Ich wollte die Prepaid Karte auch gleich aufladen und habe schon mein Geld gezückt, da sagte mir der Verkäufer: 'We don't take cash'. Hab ich es nicht gesagt? Die Schweden zahlen alles mit der Karte. Ich habe nur noch nichts davon gehört, dass man in manchen Geschäften nicht mal eine andere Möglichkeit hat außer mit der Karte zu zahlen. Also bin ich die Strasse weiter runter zu 7Eleven und hab mir dort eine Ladekarte gekauft. Die SIM-Karte hab ich dann erst im Wohnheim in mein Handy gesteckt und aufgeladen. Hab dann auch gleich einen Haufen SMS von Telia zur Begrüßung bekommen, aber auch ein Geschenk. Die haben mir 25 kr. Guthaben geschenkt. Und mit den nächsten drei Aufladungen bekomme ich nochmal jeweils 25 kr. geschenkt. Außerdem bekomme ich jeden Monat für ein Jahr 500 MB Internet geschenkt. Das nenne ich doch mal eine tolle SIM-Karte :P
Am Abend habe ich mich für ein Vorsingen fertig gemacht. Lange vor meiner Abreise nach Schweden hab ich im Internet nach Chören in Lund geschaut und ein paar gefunden. Einer ist mir dabei besonders ins Auge gefallen. Der Damenchor heißt Bella Voce. Kurz vor der Abreise habe ich Kontakt mit dem Chor aufgenommen und die haben mir einen Termin zum Vorsingen gegeben. Etwas, das ich noch nie gemacht habe oder habe machen müssen. Naja, also hab ich mich an dem Abend fertig gemacht und auch an Wasser gedacht, da ich dachte, dass ich vielleicht direkt schon mitsingen kann (so wie ich es aus Freiburg kannte). Der Chor probt in einem Raum auf dem Dach der Halland Nation, ist aber von der Nation unabhängig. Die Halland Nation liegt außerhalb des Stadtzentrums im Osten Lunds. Ich habe es aber schnell gefunden und kam somit pünktlich auf die Minute an. Ich wurde schon von Peter, dem Dirigent und Linnea, der Vorsitzenden des Chors erwartet. Linnea hat gleich ein Foto von mir geschossen und ist dann aus dem Raum gegangen. Ich hatte gerade die Jacke ausgezogen da stellte mir der Dirigent einen Haufen Fragen. Wie ich heiße, woher ich komme, was ich studiere, ob ich ein Instrument spiele, welche Erfahrung ich in anderen Chören habe und wie lange ich in Lund bleibe. Bei der Frage nach meinem Namen, hatte ich mal wieder ein paar Sprachschwierigkeiten. Wie willst du auf schwedisch erklären, dass dein Name mit einem 'ü' und einem 'ß' geschrieben wird? Er hat es aber auf anhieb richtig geschrieben und dabei kam heraus, dass er deutsch spricht :) Als nächstes zeigte er in ein Buch, das vor mir lag und fragte ob ich das Lied kennen würde und ob ich es jetzt singe. Yes!!!!! Ich kannte das Lied sogar sehr gut ... ich kann es sogar auswendig .... es war 'Uti vår hage'. :D Danach testete er wie hoch und wie tief ich mit der Stimme komme. Und dann kam etwas, das ich in meinem Leben noch nie auf die Art und Weise gemacht habe. Er hat mein musikalisches Hörverstehen getestet. Er spielte drei verschiedene Töne und ich musste sie danach nachsingen. Das wurde dann mit jeweils anderen drei Tönen mehrmals wiederholt. Man singt ja immer mal Lieder nach, aber noch nie wurde das bei mir abgetestet. Anders als ich es aus Freiburg aus dem Chor gewohnt war durfte ich auch nicht gleich mitsingen. Andererseits wurde ich auch nicht so geprüft in Freiburg. Ich werde in zwei bis drei Wochen Bescheid bekommen, ob sie mich nehmen oder nicht. 
Leider habe ich den Bus verpasst und bin dann im Regen bis zur Stadtmitte gelaufen, wo ich meine Buslinie, die mich zum Wohnheim bringt, erreichte. 


Dienstag

Erster Unitag! Der Kurs begann allerdings erst um 13:15 Uhr, daher habe ich mir den Vormittag mit Mails beantworten vertrieben. Aus reiner Langeweile bin ich auf die Seite der Archäologie in Lund gegangen und habe dort etwas Neues entdeckt. Einen Link zu einer Kursplattform. Ich habe mein Passwort eingegeben und wurde auf eine Plattform weitergeleitet, auf der ich aus einer Liste meiner angemeldeten Kurse den Kurs 'Viking Age Scandinavia' aussuchen konnte. Darauf werden alle Powerpoint Präsentationen des Kurses geladen. Ich fand dort eine Reading-List, die Namen der anderen Kursteilnehmer und deren universitäre Mail-Adressen. Die Reading-List war ganz besonders interessant, da ich ich darauf entdeckte, dass man bereits für die heutige Stunde Literatur begleitend lesen konnte oder sollte. Glücklicherweise stammte das zu lesende Kapitel aus einem Buch, dass ich für meine Bachelor Arbeit komplett gescannt hatte und auch dabei hatte. Also habe ich mich für den Kurs vorbereitet. 
Diese Stunde hielt eine Doktorandin die spezialisiert in Osteologie ist. Der Kurs war recht interessant, da sie Beispiele von Bestattungen nutzte, die ich noch nicht kannte. Aber vom eigentlichen Inhalt her .... der Kurs ist im Prinzip eine Art Einführungsseminar in die Archäologie. Über die Hälfte der im Kurs sitzenden Teilnehmer studieren nicht einmal Archäologie, dementsprechend wurden auch einige Fragen gestellt .... naja .... ich hab ja auch mal angefangen. 
Am Ende des Kurses werden zwei Exkursionen gemacht. An einem Tag geht es in zwei Museen in Lund und an einem anderen nach Kopenhagen ins Museum (die haben dort gerade eine Wikinger Austellung) und das alles vollkommen kostenfrei, angeblich. 
Nach dem Kurs habe ich mich draußen mit zwei anderen deutschen Studentinnen unterhalten. Wir waren in der Universitätsbuchhandlung und anschließend war ich noch bei ICA um mir, diesmal richtig, Milch und ein paar andere Dinge zu kaufen. 
Heute habe ich außerdem, so denke ich, endlich alle meine 13 Mitbewohner getroffen. Die meisten sind aus Schweden. Es gibt mit mir nur noch eine weitere Ausländerin (aus Deutschland). Und meine schwedischen Mitbewohner sprechen auch nur Schwedisch mit mir, was echt super ist. Nur wenn ich mal etwas absolut nicht verstehen sollte, haben wir abgemacht, sprechen sie mit mir Englisch. :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen